Rose und Dornen

Orte in Stadt und Land (5).

Die Farbe Rot hat Bramsche einmal europaweit bekannt gemacht. Ihren Ursprung hat die Tuchmacherstadt in einem kleinen mittelalterlichen Dorf, ihren Namen verdankt sie einer Pflanze.

Zur Zeit Karls des Großen gab es am westlichen Ausläufer des Wiehengebirges, an der linken Seite der Hase, bereits eine hölzerne Kirche, die St. Martins-Kirche. Unweit davon wurde in einer Urkunde von 1097 eine kleine Siedlung mit Meierhof und Wassermühle beschrieben. Sie trug den Namen „Bramezche“.

Die Kirche St. Martin

Im Spätmittelalter entwickelte sich dieser Ort zu einem Zentrum des Tuchmacherhandwerks. Die Textilwirtschaft blieb über Jahrhunderte der entscheidende Wirtschaftsfaktor für die Stadt. Eine Blütezeit erlebte Bramsche gegen Ende des 18. Jahrhunderts mit der Schönfärberei. Das „Bramscher Rot“ bescherte den Textilbetrieben der Hasestadt reißenden Absatz.

Wie die Tuchmacher dem ganzen Ort ihren Stempel aufgedrückt haben, können Besucher im Tuchmachermuseum erfahren. Als Stadtwappen dient heute noch die Bramscher Rose. Sie wurde dem Bleisiegel des Bramscher Tuchmacheramts entnommen. Warum gerade eine Rose als Qualitätssiegel diente, ist nicht bekannt.

Die Bramscher Rose

Bekannt ist aber, dass die Herkunft des Ortsnamens ebenfalls in der Pflanzenwelt zu finden ist. Aus dem erstmals erwähnten „Bramezche“ (1097) entstanden im Laufe der Zeit die Varianten „Brametske“ (1221) und „Bramezghe“ (1240). Erst 1274 tauchte der heutige Name Bramsche auf.

Der vordere Teil des Wortes „bram“ weist auf Ginster – bzw. Brombeersträucher hin. Im Altsächsischen bezeichnete „bram“ einfach den Dornenstrauch, der dichte Hecken bildete und einen natürlichen Schutz bot. Der hintere Abschnitt ist von „esch“ abzuleiten, womit ein Acker gemeint ist, der im Laufe der Zeit immer höher wurde, weil er mit Plaggen und Mist gedüngt wurde. Die Erklärung des Ortsnamens Bramsche ist dann vermutlich „ein Feld, das von einer dichten Dornenhecke umgeben ist.“