Das neue Album des Smetana Trios vereint ein berühmtes Werk und zwei nahezu unbekannte. Alle drei repräsentieren die Musik der Romantik aus unterschiedlichen Perspektiven und Zeitabschnitten.
Das Stück sei „ein bisschen eklig zu spielen“, schrieb Felix Mendelssohn an seine Schwester Fanny Hensel und tatsächlich ist sein 1845 vollendetes Klaviertrio in c-Moll um einiges komplexer als der sechs Jahre früher entstandene Vorgänger in d-Moll. Der atemberaubende, wild-romantische Eingangssatz, das hingebungsvolle Andante, das an die Atmosphäre des „Sommernachtstraums“ gemahnende Scherzo und der mit einem Nonensprung des Cellos herabstürzende Schlussteil zeigen den Komponisten aber auch auf der absoluten Höhe seiner Kunst. Eine Idee scheint hier die andere zu überholen, trotzdem wirkt jeder Takt organisch gestaltet und satzübergreifend zu einem meisterhaften Ganzen gefügt. Die grandiose Interpretation des Smetana Trios betont denn auch das verbindende Element der so unterschiedlichen Sätze, die am Ende ein schillerndes Kaleidoskop bilden.

Mit volkstümlichem Ton, energischen Tempi und elegischen Ruhephasen nähern sich Jitka Čechová (Klavier), Markéta Janoušková (Violine) und Jan Páleníček (Violoncello) dann einem Stück des in Wien geborenen Walter Rabl (1873-1940), der das Komponieren nach der erfolgreichen Uraufführung seiner Oper „Liane“ (1903) plötzlich einstellte. Die acht stimmungsvollen „Fantasiestücke op.2“ aus dem Jahr 1896 sind gleichermaßen ein Beleg seiner melodischen Erfindungsgabe, seines handwerklichen Geschicks und seiner leidenschaftlichen Brahms-Verehrung.
Dem überzeugenden Versuch, ein zu Unrecht vergessenes Werk für das Konzertleben zurückzugewinnen, folgt noch ein weiterer. Zdeněk Fibichs 1872 entstandenes Klaviertrio f-Moll wurde vom Komponisten selbst keiner eigenen Opuszahl gewürdigt. Das vergleichsweise kurze Stück verdient aber allein wegen des verträumten, um einen einzigen Ton kreisenden Mittelsatzes einen Platz im kammermusikalischen Repertoire. Zumal dieses „Adagio ma non troppo“ von zwei überschäumenden Sätzen eingerahmt wird, die das Smetana Trio mit dem ganzen Furor romantischer Begeisterungsfähigkeit zum Klingen bringt.
Felix Mendelssohn Bartholdy: Klaviertrio c-Moll op.66 / Walter Rabl: Fantasiestücke op.2 / Zdeněk Fibich: Klaviertrio f-Moll H 174, Supraphon


