Die Egge, die Eier und die Mühle

Orte in Stadt und Land (7).

Eggermühlen ist ein alter Rittersitz im Bersenbrücker Land. Über den Namen werden zuweilen Späße gemacht. Ist hier eine Egge im Spiel oder wird Eggermühlen vielleicht von Eiermühlen abgeleitet? Das ist wenig wahrscheinlich.

Das Schloss liegt am Eggermühlenbach, einem linken Nebenfluss der Hase. Das Besondere an diesem Flüsschen ist sein starkes Gefälle. Es steht fest, dass in früheren Zeiten auf einem gut 1.000 m langen Abschnitt drei Getreidemühlen gestanden haben. Heute ist nur noch eine vorhanden, die Wöstenesch-Mühle. Sie wird vom Heimat- und Verkehrsverein Eggermühlen gepflegt.

Seit Jahrhunderten bewirtschaftet die Familie von Boeselager das Gut Eggermühlen. Der Schwerpunkt des landwirtschaftlichen Betriebes liegt auf Ackerbau und Milchviehhaltung. Außerdem werden Ferienwohnungen vermietet.

Eggermühlen wurde 1714 als barockes Wasserschloss ausgebaut. Aus dieser Epoche stammt auch die noch erhaltene Orangerie, für die der westfälische Barockbaumeister Johann Conrad Schlaun engagiert wurde. Aus dem 18. Jahrhundert stammen ebenfalls die vier Barockstatuen, die bis in die 1960-er Jahre den herrschaftlichen Garten schmückten. Heute stehen sie im Osnabrücker Schlossgarten.

Als freier Rittersitz galt das Gut schon seit 1583. Vorher war es ein Vollerbenhof, den der Bischof zu Osnabrück als Lehen vergab. Urkundlich erwähnt wurde Eggermühlen erstmals 1134, allerdings unter dem Namen „Eghenemolen“. Es liegt nahe, dass damit der Besitz „eigener“ Mühlen gemeint war – im Gegensatz zu einer Mühle, die dem Bischof gehörte. Und aus Eghenemolen entwickelte sich dann im Laufe der Jahrhunderte der Ortsname Eggermühlen, so wie wir ihn heute kennen.